Advent, Advent

Ich hatte dieses Jahr einen perligen Adventskalender aus der Perlensucht. Jetzt, wo ich endlich alle Türchen aufmachen durfte, eine Gesamtübersicht:

Besonders gefreut hat mich schöne Gemme.

Wer nachzählt und sich wundert, das es nicht 24 Stück sind, es waren auch ein paar Anleitungen dabei.

Federohrring

Diese Ohrringe habe ich als Weihnachtsgeschenk für eine Freundin gefädelt. Als Vorlage dienten mir die St. Petersburg Chain Earrings von Pamela Welborn, zu finden im Bead Patterns Magazine Nr. 11 (Mai/Juni 2007).



Trophäen

Dieses Jahr hab ich den Leder-und-Messing-Stand auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt im Stallhof zu Dresden geplündert.

Ganz viele Messing-Ziernieten!

Wuschelarmband - Blau Weiß

Ich hab' jetzt auch 'ne Seegurke.



Eigentlich fand ich diese Sorte Armband ja irgendwie doof und einfallslos. Aber dann hab' ich mich gefragt, was ich am besten mit den Massen an alten Perlen minderer Qualität anfangen soll. Und da sind mir diese Wuschelarmbänder eingefallen. Bei den Dingern fallen unregelmäßige Perlen ja nicht auf.

Also hab' ich meine Oma angerufen, was für eine Farbe sie haben möchte, und losgelegt. Jetzt bin ich fertig und find das Ding eigentlich ganz hübsch, liegt schön an, ist angenehm zu tragen. Es sind zwar absolut nicht meine Farben -weiß und blau - aber ich hab ja noch massenweise Perlen da.

Hab' mir auch schon Farben für ein eigenes Armband zusammengestellt - das ist dann das Entspannungsprojekt für die Weihnachtsfeiertage.

Nun, nach einem Jahr

... wird der Wunsch doch noch wahr.

In dieses eine bestimmte Geduldspiel hatte ich mich letztes Jahr auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt verliebt und ebenjenes von meinem Freund zu Weihnachten gewünscht. Nur leider war es ratz-fatz ausverkauft und auch im Internet nicht zu finden.
Aber dieses Jahr war der Holzspeilzeug-Stand wieder da!

Haarspangen

Ja, ich mag Haarspangen. Und irgendwie bekommen meine Fädeleien ganz von selbst diese langgezogene Form die sich wunderbar auf eine Haarspange montieren lässt...
Hier meine Kreation Golden Leaf


Und das Gleiche Stück in anderer Farbkombi Blood on Snow


Inspiration by Marion Leffler

Dieses wundervolle Armband entstammt der Inspiration von Marion Leffler, der Inhaberin des Kasseler Perlenladens Perlensucht.

Leider ist meine kleine Camera Außerstande die ganze Schönheit dieses Prachtstücks abzubilden.
Update - 16.04.2014 - Mit der neuen Camera kann ich endlich all die funkelnden Details einfangen.




 Ein beträchtlicher Unterschied, nicht wahr?

Simply Triangular

Dieses Armband stammt aus der Beadwork Oct/Nov 2012 und ist von Anette Holbert. Eigentlich besteht es nur aus einer Reihe von Dreiecken, aber das war mir zu schmal. Deswegen habe ich es einfach um eine Reihe erweitert.



In Ermangelung eines passenden Verschlusses, habe ich auch hier improvisiert und einen dreieckigen Knebelverschluss entworfen.


Glühbirne

Heut kram ich mal etwas aus der Gerümpelkiste:



Diese Glühbirneneinfassung der etwas anderen Art ist schon vor Jahren aus purer Langeweile entstanden. Absolut sinnfrei, aber lustig.

Und nein, die Birne funktioniert nicht mehr. Und selbst wenn, würden die Fäden schmelzen.

Rankencollier

Endlich! Endlich!
Es ist vollbracht!




Eigentlich als Testobjekt gedacht, hat sich dieses Stück dann doch zu einem Großprojekt gemausert. Vor allem der Verschluss hat sich gewehrt. Um sich den geschwungenen Formen des Werkes anzupassen, wollte ich einen ebenso geschwungenen Knebel für den Knebelverschluss.


Soutache

Mit Soutache hatte ich einen ähnlichen "WTF!?"-Moment wie mit Steampunk: So vielseitig und so edel.

Aber noch ein Bastelhobby dazu? Und wenn ich es nicht auf die Reihe kriege? Das kostet doch wieder! (Meine Geizigkeit kommt immer an den unpassendsten Stellen zu tragen)

Aber es gibt zum Glück Leute, die wesentlich experimentierfreudiger sind als ich. Und so haben ein paar Soutache-Bänder den Weg zu mir gefunden - Danke Chris!

Hier nun das Ergebnis des ersten Versuches:

Da ich keine für mich verständliche Anleitung fand, habe ich einfach drauflos gestickt. Ich glaube die Perlen waren zu groß. Deswegen war es ein Problem um sie drumherum zu nähen.
Aber trotz keine-Ahnung-was-ich-da-tue ist es ganz gut geworden.

FIMOlieren

Vor ein paar Wochen war ich über's Wochenende bei einer Freundin in Südhessen. Neben vielen interessanten Gesprächen hatte ich auch die Möglichkeit mich erstmals an FIMO auszuprobieren. Dabei ist unter anderem dieser Krake rausgekommen:

Total fasziniert und inspiriert bin ich bei nächster Gelegenheit losgezogen, habe mir Material besorgt und angefangen zu kneten. Die ersten Projekte waren - wie üblich - zu ambitioniert und sind nix geworden. Zusammen mit der Erkenntnis dass Farbverläufe nur mit einer Pastamaschine Spaß machen, setzte dann erst einmal Ernüchterung ein.

Aber egal! Einfach irgendwas zusammengeknetet, gedreht, gerollt, geschnitten, gelocht, gebacken.... Nur das Schleifen und Polieren ist lästig.


Kursobjekt - Baroqu

Letzte Woche durfte ich meinen ersten Perlenkurs in der Perlensucht geben:

Die Ohrringe Baroqu nach eigenem Entwurf.

Der Kurs selbst war recht amüsant, wenn er auch eine gewisse Herausforderung für alle Beteiligten bot. Vor allem wegen der Erkenntnis, dass die Ohrringe gar nicht so einfach sind wie sie aussehen.


Eine Anleitung brauchte ich für den Kurs selbstverständlich auch. Die wird es bald im Shop geben.



Material für zwei Ohrringe:
30    Bicones 6 mm
50    Bicones 3 mm
1 g    Rocailles 11er
3 g    Rocailles 15er
4    Glasschliffperlen 3 mm
2    Biegeringe
2    Ohrhaken/Brisuren

Diamonds are forever

Heut war es soweit!

Meine erste Diplomadin ist fertig!

Da bedarf es natürlich eines besonderen Geschenkes. Vor allem wenn man mit Diamantschichten arbeitet.

Als ich letzten Donnerstag Proben aussortiert habe, kam mir der Gedanke, dass man unsere dünnen diamantbeschichteten Wafer-Stücke sicherlich auch irgendwie mit Perlen gefasst kriegt. Gesagt, getan. Da ich grad keine Vorlage für das Fassen viereckiger Steine hatte, musste ich mir selbst was ausdenken.

Und diese Diamant-Ohrringe hat meine Diplomadin heut überreicht bekommen:

Sie hat sich wirklich sehr gefreut, weil es eben auch ihre eigenen Proben waren, die ich dafür verarbeitet habe. Und sie passten auch noch zu ihrer Garderobe ;-)

Die Schichten selbst sehen nicht nach Diamant aus. Das liegt unter anderem daran, dass nur eine Hälfte aus Diamant besteht, der Rest ist "Ruß". Die Kristalle selbst sind nur 4 Nanometer groß (also 0,000 000 004 m). Die Regenbogenfarben kommen daher, dass die Schichten nicht überall gleich dick sind und sich je nach Schichtdicke stehende Wellen unterschiedlicher Wellenlänge/Farbe bilden.

Klütensuppe


Heut bin ich einwenig in kulinarischen Kindheitserinnerungen geschwelgt. Soll heißen ich hab' Klütensuppe gekocht. Ober besser gesagt, habe ich gestern Abend gekocht, möglichst spät. So kommt man nicht auf die Idee ausgiebig zu kosten. Denn richtig toll ist die Suppe erst, wenn die Klüten sich ordentlich mit Saft vollgesogen haben.

Klüten sind Teigbatzen, die in einer Suppe aus Fruchtsaft und Beeren gekocht werden. Die Klüten bestehen aus:

4 Eiern
je Ei zwei große gehäufte Löffel Mehl
einer Prise Salz und
etwas Backpulver

Das Ganze verrühren bis es eine zähe aber noch recht feuchte Masse ergibt. Je nach Bedarf Mehl oder Wasser nachgeben. Der Teig wird dann mit Löffeln zerpflückt und in kleinen Klumpen in die kochende Suppe geworfen. Vorsicht, rote Spritzer! Das ganze dann noch eine Viertelstunde lang kochen.

Für die Fruchtsuppe wurde früher einfach das verwendet, was grad Reifezeit hatte. Also Johannis- und Himbeeren, Kirschen, Heidel- und Brombeeren, eine meiner Großtanten tut auch Rabarber rein. In Ermangelung eines Gartens verwende ich meist eine Beerenmischung aus der Tiefkühltheke und ein Glas Sauerkirschen. Einmal habe ich mit Freundinnen gekocht, da sind auch Dosenmandarinen drin gelandet - interessant, aber nicht unbedingt empfehlenswert.

Den Grundstock für die Flüssigkeit  bilden Kirsch- und Traubensaft (je 1 Liter). Je nach Geschmack zuckern.

Die Suppe kann warm oder kalt gegessen werden, kalt schmeckt's besser.

Elspeth's Collar

Diese Halskette von Nancy Peterson findet man in der Beadwork Juni/Juli 2011.
Meine Mutter hatte sie sich herausgesucht. Dazu noch ein Armband nach dem gleichen Muster nur mit Picots auf beiden Seiten. Nach langem Hin und Her, mehreren Telephonaten, der Erkenntnis, dass das Set ja auch zur Garderobe passen muss, und zwei Probestücken stand dann auch die Farbe fest.

Und hier nun das Ergebnis:

Das Fädeln selbst hat nicht so lange gedauert wie die Diskussionen im Vorfeld. Allerdings ist die Halskette noch nicht ganz fertig. Da ich nicht weiß wie lang meine Mutter sie haben will, habe ich sie erst einmal sehr kurz gelassen. Weitere Segmente anstückern geht später immer noch.
Für alle die, diese Halskette vielleicht auch mal fädeln wollen: Das Grundgerüst mit den großen Glasschliffperlen verkürzt sich während der späteren Reihen sehr stark. Bei mir waren es dann 4,5 cm zwischen den Fädellöchern der ersten und fünften großen Glasschliffperle.

Material:
Glasschliffperlen 6 mm Jet Hematite
Glasschliffperlen 4 mm silber
Roc 11er galvanized silver (Miyuki 0181)
Tierracast T-Verschluss Garland versilbert

Blutranken

Wie im Post "Arm bebändert" schon angedroht habe ich das Armband "Blutblatt" ein wenig erweitert. Allerdings habe ich es gleich ganz neu gefädelt.



Diese Fädeltechnik ist übrigens leichter beherrschbar wenn man keine allzu genauen Vorgaben hat. Beziehungsweise, dann ist es nicht so schlimm, dass sie nicht beherrschbar ist. Denn selbst, wenn man genau die gleichen Perlzahl wählt, sieht das Ergebnis immer wieder anders aus.

Aethercircus Stade - Sonntag

Der nächste Tag begann mit Warten. Da die Zimmer in der Jugendherberge schon um 10 Uhr geräumt sein mussten und man sich mit dem Frühstück nur bis 9 Uhr aufhalten konnte, der Circus aber erst um 11 Uhr aufmachte gab es viel Zeit. Und was macht man, wenn man so und so ohne Beschäftigung rumsteht? Für Photos posieren!


Und natürlich gehört zur Leerlaufüberbrückung auch allgemeiner Erfahrungsaustausch über Vor- und Nachteile bestimmter Rüstungsarten, die miserablen Flugeigenschaften von LARP-Pfeilen und andere überlebenswichtige Dinge.

Recht lange verbrachte ich auch bei dem improvisierten Photostudio von Micheal Schaaf, der Interessierte mit dem 1851 entwickelten Kollodium-Nassplatten-Verfahren ablichtete. Zuerst sah ich zu wie ein Herr Modell saß und das sogar zweimal, weil das erste Bild verrutscht war. Und dann saß ich selbst vor der Linse. Auch hier waren zwei Anläufe nötig, da beim ersten Bild die Zwickergläser spiegelten. Beim zweiten Bild war ich dann so angespannt, dass mein unverkennbares Stirnrunzeln auf Glas gebannt wurde. Schließlich muss man zehn Sekunden lang stillsitzen und kann nicht durchatmen. Aber trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Hoffentlich kommt das fertig fixierte Bild in den bald mit der Post.

In der Zwischenzeit hatte die nächste Modenschau begonnen, aber darauf hatte ich keine Lust. Später habe ich jedoch erfahren, dass es beim zweiten Durchgang wesentlich besser gelaufen wäre als am Samstag. Stattdessen war ich mit Marie zu Mittag essen. Da sie noch einen weiten Weg in den Süden vor sich hatte, verabschiedete sie sich auch bald darauf.

Zurück im Rathaus musste ich erfahren, was mit Leuten passiert, die zu lange am Manufactum Natix Stand rumlungern und nicht fliehen, solange noch die Möglichkeit besteht. Ungefragt Kettenrock und -BH verpasst zu bekommen ging ja noch. Aber während mich einem Herrn mit der Spielkarte am Hut abgelenkt wurde, wurde mir vom Standbesitzer ein Armband mit verdächtigem D-Ring verpasst. Ich bin mir sicher die beiden haben sich abgesprochen. Denn ein paar Minuten später lag ich an der Leine.

Gerettet wurde ich von Susi und Maria, die jemanden brauchten, der wusste wo der Stoffladen ist. Ich habe mich natürlich sogleich erboten sie hinzubegleiten.

Darüber ist die Zeit dann auch kurz geworden und weil ich keine Lust auf Konzert hatte, habe mich dann schon auf den Weg zurück nach Kassel gemacht.

Fazit:
1. Tolles Wochenende! Nächstes Jahr wieder!
2. Keine Angst vor Steampunks, die beißen nicht!
3. Gewandung vorher ausprobieren
4. Ich muss dringen Visitenkarten machen. Die Dinger sind ungemein praktisch.

Aethercircus in Stade - Samstag

Eine doppelte Premiere: das erste Steampunk-Festival Deutschlands und mein erstes Festival. Dementsprechend durch den Wind war ich dann auch schon am Freitag. Und dann auch noch ganz allein.

Deswegen das Motto des Wochenendes: Dummdreist Leute anquatschen!

Ist zwar eigentlich nicht meine Art, aber die ganze Zeit allein ist auch doof. Aber ich konnte ja am Stader Bahnhof gleich üben: An Susi und Maria, beide aus Hessen - welch ein Zufall!

So liefen wir also zu dritt in voller Gewandung quer durch die Stader Einkaufsmeile. Die beiden Damen zogen ihre Koffer ratternd über's Kopfsteinpflaster, so waren wir weder zu übersehen noch zu überhören. Dank der ausführlichen Beschreibung auf der Aethercircus-Webseite war das Rathaus leicht zu finden. Und eine nette Dame mit blauer Orga-Schärpe zeigte uns, wo wir unsere Sachen unterbringen konnten.

Kaum waren die Koffer verstaut konnte der erste Rundgang durch das Rathaus beginnen. Ein Zaubertrankhändler bot "Dampf im Glas" an. Es gab mechanischen Schmuck, wundervolle Korsetts, wirklich toll ausgefallene Lederzylinder, Bücher und natürlich viele, viele herausragende Erfindungen zu bestaunen. Horatius Steam, Admiral Aaron Ravensdale, Lord Mel und Teleman von Phone zeigten ihre Apparate. Viele davon kannte ich ja bereits aus dem Rauchersalon aber in natura sind sie wesentlich eindrucksvoller.



Was den Ort für die Präsentation seiner Werke angeht hatte Lord Mel den Hauptgewinn gezogen: Direkt gegenüber des Eingangs, wundervoll eingerahmt von Säulen und den Treppenaufgängen.


Die Unterbringung des Festivals im Rathaus war zwar eine Notlösung, aber durch die wunderbare Architektur mit Gewölbe, breiten Treppen und hölzerner Wandvertäfelung war die Zeitreise komplett.

Nachdem ich in der Jugendherberge meine Hose gegen den neu genähten Rock getauscht hatte, musste ich auf dem Rückweg feststellen, das meine Gamaschen ohne Hose nicht halten. Das hatte ich schon befürchtet aber natürlich die Stecknadeln vergessen. Aber die nette Dame vom kreativen Basteltisch lieh mir Nadel und Faden um die Gamaschen enger zu heften. Da nur wenig Zeit blieb bis die Modenschau anfangen sollte, war das Ergebnis leider genauso ungenau wie ineffektiv. Bei der Gelegenheit stellte ich auch fest, dass einem der Zwicker ganz schnell von der Nase fließt.

Aber es nütze nichts. Die Modenschau fing an. Und zwar mit den Teilnehmern des Outfit-Wettbewerbs. Neun Startnummern, zehn Damen und Herren und ein Kleinkind als Accessoire. Als die Teilnehmer gebeten wurden durch den Mittelgang zu flanieren, nutzen zwei Damen gleich die Gelegenheit wieder im Publikum zu verschwinden. Das wurde aber sofort bemerkt und die Damen zurückbeordert. Nachdem noch einmal alle Teilnehmer ins rechte Licht gerückt wurden, war es am Publikum die Nummer der Wahl niederzuschreiben. Während ein junger Herr noch die Stimmzettel einsammelte, begann auch schon der "Werbeblock" für Little Shadow, welche ihre Filz-, Seiden- und Leinenkreationen vorstellten. Diese bewegten sich meiner Meinung nach eher im Bereich Elfenfantsy und Mittelalter denn Steampunk, waren aber durchaus hübsch anzusehen.

Anscheinend konnten es die Mannequins nicht erwarten ins nächste Outfit zu schlüpfen und verschwanden ganz schnell zurück nach hinten - um so bald nicht wieder aufzutauchen. Das brachte den "französischen" Moderator ganz schön in Not. Aber mit einer Menge Wortspielen und nicht ganz jugendfreier Anspielungen gelang es ihm diese langen Pausen zu überbrücken.

Mit dem Problem der langen Umkleidezeiten hatten auch die Damen von Steampunk Decadence zu kämpfen. Mit viel Selbstvertrauen und Temperament präsentierten sie Steampunk-Kreationen mit viel Punk aber auch Anleihen aus Lolita und Rokoko. Da verschlug es auch dem Franzosen die Sprache, schließlich konnte er von einer Position auf der Bühne einige Blicke in die Umkleide erhaschen.

Zum Schluss wurde der Herr aus Frankreich auch direkt zum Kleiderständer degradiert, während sich eine Dame aus einem Kleid Jahrgang 1886? schälte und so Einblick in die vielen Schichten der viktorianischen Frauenkleidung gewährte - das erklärt auch die Verzögerungen während der Modenschau. Zum krönenden Abschluss nahm sie - "nur" noch mit Unterkleid, Liebestöter und Korsett bekleidet - auch noch ihren Hut ab und war damit für "eine Frau dieser Zeit praktisch nackt".

Nach der Modenschau trieb mich der Hunger in die Stadt hinaus. Ein sonniger Samstag mit milden Temperaturen lud natürlich ein sich ein gemütliches Straßencafé zu suchen. Doch allein? Nach dem Motto des Wochenendes "dummdreist anquatschen" hielt ich Ausschau nach Steampunks, die bereits ein nettes Plätzchen zum Essen gefunden hatten.

Das Motto galt jedoch nicht nur für mich. Und so hatte ich auf den hundert Metern bis zum Alten Hafen schon fünf Mal erklärt was Steampunk ist. Dann traf ich aber Nummer 8 und 9 des Outfitwettbewerbs - diesen hatten übrigens Miss Overlock und Teleman von Phone gewonnen - welche sich in einem kleinen Restaurant eingefunden hatten. Sie gestatteten mir mich zu ihnen zu gesellen und so kamen wir dann auch ins Gespräch. Lady Ylia of Longvalley und Lord von Barmbeck, zwei Schweizer, waren erst im Mai auf das Steampunk-Genre gestoßen und hatten sich gleich voll engagiert, mit Nähen Basteln und kreativer Zusammenstellung einer vorzüglichen Garderobe. Wenn ich bedenke, dass ich schon seit anderthalb Jahren an meiner Gewandung stückele und immer noch sooo viel fehlt...

Gesättigt und um zwei nette Bekanntschaften reicher ging es zurück zum Rathaus. Dort probierte ich mal ein Halskorsett an und unterhielt mich mit der Korsettmacherin über eine mögliche Umsetzung eines geperlten Halskorsetts. Sie hat mich da auf einige recht interessante Ideen gebracht, die ich hoffentlich bald umsetzen kann.

Laut Plan sollte der nächste große Programmpunkt, das Konzert, um 18 Uhr beginnen und so fanden sich einige Wartende vor dem Königsmarksaal im Obergeschoss ein. Doch es passierte erst einmal nichts. Aber so kam ich dann noch mit einer Dame ins Gespräch, die neben mir erschöpft in einen Stuhl sank. Irgendwann hieß es, das Konzert sei auf 19 Uhr verschoben worden, weshalb Marita (einer der wenigen Namen, die ich mir merken konnte - die Visitenkarte hat dabei natürlich auch geholfen)  und ich uns entschlossen die Zeit zur Auffüllung unserer Wasservorräte zu nutzen. Dabei trafen wir die Schweizer und Viktoria vom Waldesrand. In dieser Gesellschaft brachen wir dann zu einem Spaziergang durch Stade auf - hinunter zum Alten Hafen.



Mit freundlicher Erlaubnis der Lady Ylia zur Verfügung gestelltes Gruppenbild (von links): Viktoria vom Waldesrand, Lady Ylia, Lord von Barmbeck, Marita Zuberwölfin und meine Wenigkeit.

Wie das so ist bei gemütlichen Spaziergängen, vergisst man gern einmal die Zeit. Deshalb habe ich von der ersten Band des Abends "Aeronautika" nur drei oder vier Lieder mitbekommen. Da leider die Technik Probleme bereitete waren die Herren Sänger so gar nicht zu hören. Deswegen kann ich nur vermuten, dass die Texte durchaus steampunkig waren. Was die Musik betrifft da scheiden sich die Geister an der Definition von Steampunkmusik.

Die zweite Band "Off Limits" hatte ebenso mit der lieben Technik zu kämpfen, haben das aber sehr professionell überspielt. Die Musik hat mir gut gefallen nur den Steampunk konnte ich darin nicht erkennen - aber wie gesagt, das ist so 'ne Definitionssache.

In der Spielpause traf ich Susi und Maria wieder. Diesmal hatte sich noch Marie dazugesellt, die den Dampf im Glas am Beispiel von Birnenwein ausprobierte. Wir haben uns dann so verquatscht, dass wir glatt die Tanzshow verpasst haben und auch erst mitten im Auftritt der letzten Band "Drachenflug" wieder in den Saal zurückkehrten. Sehr ruhige Musik - was eventuell auch an der bockenden Technik gelegen hat - aber wieder meine Frage: Wo war das Steampunk außer an den Klamotten der Herrschaften?

Krönender Abschluss des Abends: Die Feuershow der Damen von "Mannstoll". Die wohl beste Feuershow, der ich bisher beiwohnen durfte.

So viel zum ersten Tag. Morgen geht's weiter.

Steamiger Haarschmuck

Bei der Überlegung, wie ich in meinem Steampunk-Outfit möglichst viel Perlerei unterbringen kann, bin ich fast verzweifelt. Die typischen Orte für Perlenschmuck waren vergeben: Der Hals ist schon mit Perlen behängt, die Handgelenke mit Leder verschnürt, Ringe aus Perlen mag ich nicht und Ohrringe hat' ich auch schon. Also was bleibt übrig?

Die Haare!

Also fleißig Haarspangen und -nadeln mit Perlen verziert!

Zuerst mit Thistle von Sabine Lippert, in verschiedenen Brauntönen natürlich:


Material:
Swarovski Chaton 8 mm smoked Topaz foiled
Roc 11 und 15 Messing
Swarovski Crystal Pearls 4 mm Antique Brass (Mitte)
Swarovski Crystal Pearls 4 mm Maroon (links und rechts)
Svarovski Bicones 3 mm Mocca (Mitte und rechts)
Glasschliffperlen 3 mm Topaz (links)

Und dann noch ein bisschen free style. Teilweise den Kram vom krankheitsbedingten Perlenblödsinn verarbeitet:


Material: was von den Thistles übrig blieb
Swarovski Chaton 8 mm smoked Topaz foiled
Roc 15 Messing
Miyuki Roc 11 0409 opaque brown
Swarovski Crystal Pearls 4 mm Antique Brass
Swarovski Crystal Pearls 4 mm Maroon
Miyuki Tropfen 2,8 mm 0005 Root Beer
Svarovski Bicones 3 mm Mocca
Miyuki Tila Bead TL2006 Metallic Gold matt
Miyuki Tila Bead TL2005 Metallic Copper matt
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