Man kann nie genug Beutelchen haben

Lang habe ich mich gewehrt doch nun ist sie da: eine Nähmaschine. Eigentlich wollte ich eigentlich keine, nach den Horrorerfahrungen mit der alten Nähmaschine meiner Mutter: zerbrochenen Nadeln, Fadenrisse alle fünf Zentimeter, keine Geschwindigkeiten zwischen null und viel zu schnell. Aber das Drachenfest steht ins Haus und damit so viele Näharbeiten, das mein Freund und ich für Monate per Hand nähen eingedeckt wären.
Also musste eine Nähmaschine her. Die kam dann auch am Donnerstag an und am Samstag wurde sie eingeweiht. Da es natürlich unglaublich langweilig ist sinnlos auf Stofffetzen rumzunähen, habe ich angefangen alle halbwegs rechteckigen Stoffreste zu Beutelchen zu verarbeiten - man kann schließlich nie genug Beutel haben!
Inzwischen denke ich, ich komme recht gut mit dem Maschinchen klar und wenn mein Freund dann endlich mal die Stoffe zurechtschneidet, kann's losgehen mit den Drachenfestvorbereitungen.

Zum Kugeln

Am Samstag wieder ein Kurs bei Manu gehabt, diesmal "Spacer". Lustige kleine Kugeln, aber wär' ja langweilig wenn's dabei bleiben würde. Also, kaum war ich daheim, weiter gesponnen:
 (Sorry für die schlechte Qualität.)

Weil gestern meine Mutter mit dem Zaunpfahl gewunken hat, kamen heut nochmal drei Kugeln  als Geburtstagsgeschenk für meine Oma dazu. Und wo ich grad so schön dabei war, auch noch zwei für mich. Die werden dann zu Ohrhängern weiterverarbeitet.


Lernen zu Perlen

So, letzten Dienstag war nun mein erster Kurs in der Perlensucht bei Manuela Heinrichs. Projekt war ungerades Peyote mit Fenstern, umgesetzt als Armband mit zusätzlicher Randverzierung. Der Kurs an sich war ganz nett, vor allem die Leute, aber ich hätte ihn nicht unbedingt gebraucht. Peyote ist der Netztechnik ja sehr ähnlich und auf dem Gebiet hab ich schon längst angefangen mir selbst Sachen auszudenken.

Eigentlich hatte ich ja meine Mutter gefragt, weche Farben sie haben will, aber genau die gab es nicht. Mal abgesehen davon, dass Rautenmuster nicht zu einem gestreiften Tuch passen.
Deswegen jetzt in grün-metallic:

PS.: Hab' gerade beim Stöbern entdeckt, dass das Design anscheinend auf dem Armband "Bokhara" von Sabine Lippert beruht.

Rückschau auf das letzte Jahr-Teil 3

Wie das so ist, wenn Plan und Realität kollidieren: Es unterliegt der Plan. Bis zum zweiten Teil dieser Rückschau hatte der Plan vom Beginn ja nur ein blaues Auge und einen Tritt vor's Schienbein kassiert aber jetzt wachsen ihm zusätzlichen Arme und Beine! - Vor allem Beine.

Warum die Ergänzung? Nun der Plan hatte ein großes Manko: Wo tut den die Dame Puder und Schminkspiegel hin? Nein im Erst, frau kann ja Geldbörse, transportable Fernsprecheinrichtung und Taschenmesser (Gibbs' Regel Nummer 9) schlecht im Dekoltée verstauen. Vor allem ich, bei der eine Hose nicht genug Taschen haben kann. Also musste eine Gürteltasche her - und was für eine!


Was von hinten so aussieht wie ein fünfbeiniger Octopus und lange nicht so knuddlig wie ein Pentapus, ist die wohl vielseitigste Gürteltasche ever! Mittig ist die Schlaufe zu sehen, durch die der Gürtel gezogen werden kann, wie bei einer normalen Gürteltasche. Die Riemen, die nach oben weggehen, enden ebenfalls in Schlaufen für den Gürtel. Dabei sind die beiden äußeren zum Rock zu kombinieren, so dass die Tasche locker an der Seite hängt. Der mittlere zur Hose, wobei dann die Tasche mit dem Riemen unten ans Bein geschnürt wird.

Letzteres impliziert das Vorhandensein einer Hose. Eigentlich wollte ich so eine wie Lady Mechanika sie trägt, aber so was ist nicht aufzutreiben. In der Zwischenzeit muss eine schlichte braune Hose ausreichen. Damit es nicht gar so langweilig aussieht, noch ein paar hübsche, selbst genähte Gamaschen dazu:


Summa summarum, hier der Plan mit Armen:


und Beinen:




Rückschau auf das letzte Jahr-Teil 2

Nun, ich besitze keine Nähmaschine. Also dauerte es eine Weile die Röcke fertig zu stellen - inzwischen bin ich auch per Hand recht schnell beim Nähen, aber reiche noch lange nicht an die Geschwindigkeit einer Nähmaschine heran. Der Rock hat etwa einen Monat in Anspruch genommen. Bei dem ockerfarbenen Überrock habe ich keine Ahnung wie lange es sich hinzog. Der zweite Überrock sollte aus Organza bestehen, aber da sich dieser Stoff als unglaublich widerspenstig erwies, habe ich's damit aufgegeben.
Für die Armschienen fand ich in der eBucht ein farblich passendes Leder. Leider stellte es sich als Spaltleder heraus, so dass ein besonders starkes Finish nötig wurde um die Oberfläche glatt und weniger empfindlich gegenüber Kratzern zu machen. Vorlage für die Form war eine meiner alten Armschienen. Bei der Verzierung habe ich mich von verschiedenen Ornamenten inspirieren lassen. Diese wurden dann mit einem Rillenzieher ins Leder geschnitten und die Oberfläche versiegelt. Danach lagen die Stücke sehr lange in der Gegend rum, weil das Locheisen verschwand. Es ist noch nicht wieder aufgetaucht. Aber inzwischen sind die Armschienen fertig. Bei einer der beiden habe ich noch einen Teil der Ornamente mit Messingdraht nachgezogen. Vielleicht kommt irgendwann auch die andere dran.


Abgesehen von einem schönen Spazierstock, den ich bisher noch nicht auftreiben konnte, stand also nur noch passender Schmuck auf der To-Do-List. Wirklich tolle Ohrringe habe ich bei cherrywhisper erstanden.  Doch warum auch den Rest kaufen, wenn man noch viele, viele Fläschlein mit Perlen rumstehen hat? Mein Buch zu Thema Perlenschmuck wohnte schon seit einiger Zeit bei Olga, also hieß es: Selbst kreativ werden! Basierend auf einem Perlenkragen in Netztechnik entstand so jenes Collier, verziert mit einem Bernsteinanhänger meiner Großmutter:

Später entdeckte ich hier in Kassel auf der Friedrich-Ebert-Straße, Nähe Haltestelle Querallee, einen kleinen Laden nur für Perlen; Perlensucht der allzu treffende Name. Ich bin jedes Mal wieder erstaunt wie viel in diesem winzigen Lädchen los ist - ich war da drin noch nie der einzige Kunde. Und das Wichtigste: Die Rocailles, die es dort gibt, haben sehr gute Qualität. Nur leider ist die Auswahl an Brauntönen recht begrenzt. Das hielt mich jedoch nicht davon ab, ein Collier mit Zahnrädern zu entwerfen:

Sobald ich passende Brauntöne habe, wird das Ganze nochmal gefädelt. Zahnrädchen hab ich noch genug.

So dann wäre der Plan erfüllt - mit Ausnahme des Spazierstocks; dieser wird mit einem alten, halbdurchgerosteten Kochtopf substituiert:

Rückschau auf das letzte Jahr-Teil 1

Gut ein Jahr ist es jetzt her, dass mein erstes Korsett ins Haus flog. Da fiel mir auf, dass ich ja gar nichts hatte, was dazu passte. also musste ein Steampunk-Outfit her.

Mich nach Inspiration durchs Internet wühlend, reifte in mir die erste Vorstellung heran:

Bei diesem groben Entwurf mag man sich fragen, wozu braucht eine edle Dame Unterarmschienen? Nun, wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich zu Schulzeit jahrelang nicht ohne aus dem Haus bin. Und da Steampunk mit der Rückbesinnung auf vergangene Werte und Stile spielt, hielt ich es für angebracht auch meine vergangenen Stile in diese Gewandung einzubeziehen.

Das Korsett ist von Dracula Clothing, allerdings habe ich die Träger zu einem Neckholder zusammen genäht, weil sie immer rutschten. Das Hütchen besaß ich zu dem Zeitpunkt schon. In der elektronischen Bucht treibend vorgefunden, musste ich es unbedingt haben. Das Oberteil hatte ich auch schon. Hauptargument dafür war die Farbe, welch gut zum Korsett passte. Denn ein weiteres Kriterium für das Outfit war, nur zwei Farben zu verwenden, wie es in der viktorianischen Zeit für die Toilette üblich war (damit ist kein Stilles Örtchen gemeint, sondern ein komplettes Gewand).

Fehlten also noch: Armschienen, bodenlanger Rock, die beiden Überröcke und ein Spazierstock sowie passendes Geschmeide.